Leuchtturm Großer Vogelsand

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Typ: Leit-, Warn- & Orientierungsfeuer

Leuchtturm Großer Vogelsand

Internationale Nr. B1340
ARLHS: FED 007
Position: 53°59'47" N - 08°28'41" E
Kennung: Fl(3) 12 s, Iso 3 s,
Oc 6 s, Fl(4) 15 s,
Fl(4) R 15 s,
Fl R 3 s,
Oc(4) R 18 s
Optik: Gürtellinse
Bauwerkhöhe: 39 m
Feuerhöhe: 39 m
Tragweite: 17 sm
Nebelschallanlage: Horn Mo(VS) 30s,  Tonhöhe 800 Hz
Betriebszeit: 23. Mai 1975 - Februar 1999
Foto: Juni 2015

Für die gefährliche Elbemündung wurde der rot-weiß gestreifte Turm mit viergeschossigem Kopf 1973-1974 auf der Sandbank Vogelsang errichtet. Das ferngesteuerte Leitfeuer mit mehreren Sektoren löste das inzwischen über 70 Jahre alte Feuerschiff Bürgermeister Bartels auf Position Elbe 2 ab. Das Gründungsrohr mit einem Durchmesser von 5 Metern wurde fast 30 Meter in den Sandboden der Außenelbe eingespült und das an Land vorgefertigte Oberteil später mit einem Schwimmkran aufgesetzt. Auf dem Turmkopf befindet sich ein Hubschrauberlandedeck. Drei große Dieselgeneratoren auf dem Maschinendeck sorgten für die Stromversorgung und den Betrieb der Technik. Mit 15 Millionen DM Baukosten ist der Großer Vogelsand der teuerste Leuchtturm in Deutschland.

Mit Verlagerung des Elbfahrrinne wurden die Feuer und damit auch der Turm überflüssig. Im Februar 1999 wurde das Feuer nach nur 23 Betriebsjahren abgeschaltet, nachdem zahlreiche Radarbaken in der Elbemündung aufgestellt wurden. Danach wurde der beleuchtete Turm nur noch als Pegelmesser verwendet. Auch das Nebelhorn wurde weiter benutzt.

Der Turm diente auch als Zufluchtstätte für Schiffbrüchige. In der dritten Kalenderwoche 2004 hat man das Nebelschallsignal auf dem Leuchtturm Großer Vogelsand abgeschaltet.

Zwischenzeitlich wurde der Große Vogelsand nacheinander an zwei Hotels verpachtet, die den Lampenraum und das Arbeitsdeck für kurze Zeit als Event-Hotel für Managerseminare oder für Hochzeitsfeiern  nutzen wollten. Die Gäste sollten per Hubschrauber eingeflogen werden. Doch die hohen Betriebskosten und die geringe Ausnutzung führten dazu, den Leuchtturm abzureißen.

Am 16. Dezember 2008 wurde der rund 250 Tonnen schwere Leuchtturmkopf mit dem Schwimmkran "Enak" bei Stauhochwasser vom Schaft abgenommen und in den Fischereihafen von Bremerhaven transportiert, um dort verschrottet zu werden. Dort stand er längere Zeit in einer Ecke des Hafens.

Auf dem verbliebenen Rohrstumpf errichtete man einen Bakenkopf mit Radarreflektoren. Die neue Vogelsand-Bake wurde Bestandteil der Elb-Navigations-Baken. Da die Vogelsandbake unbeleuchtet ist, wurde eine gelb-schwarze Süd-Kardinalleuchttonne mit der Kennung Q (6) + LFl/Fkl (6) ausgelegt.

Vogelsand-Bake

Im Jahr 2010 entschied man sich, den Leuchtturmkopf von Deutschlands teuerstem Leuchtturm doch nicht zu verschrotten, sondern transportierte ihn mit einem Schwertransporter auf den Hof des Havenhostel in Bremerhaven, um ihn hier zwischenzulagern. Der Leuchtturmkopf soll später als neue Touristenattraktion am Tor zum Überseehafen mit Aussichtsplattform, Ausstellungsfläche und Erlebnisgastronomie genutzt werden.

 

 

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