Leuchtturm Campen

Home  |  Nordsee  |  Ostsee  |  Seezeichen  |  Binnen  |  Themen  |  Verweise

 

 

Typ: Leitfeuer

Leuchtturm Campen

Leuchtturm Campen

Leuchtturm Campen

Leuchtturm Campen

Internationale Nr. B0983
Deutsche Nr. 321700
Position: 53°24'21"N - 07°00‘56"E
ARLHS: FED-004
Kennung: F W 126,8°-127,1°

Fl W 5s  0,7+(4,3) s  126,3°-126,8°

Fl (4) W 15s  127,1°-127,6°

[0,7+(2,3)+0,7+(2,3)+0,7+(2,3)+0,7+(5,3) s]

Bauwerkhöhe: 65,3 m
Feuerhöhe: 62 m
Optik: Präzisionssektorenfeuer
Tragweite: weiß 30 sm
Betriebszeit: 01.10.1891 -
Fotos: September 2014

Der höchste Leuchtturm Deutschlands wacht an der Emsmündung in Campen. Man nennt ihn auch " Eiffelturm der Nordsee". Er sorgt, dass die Schifffahrt ohne Havarie sicher durch das Randzelgat in den Emdener Hafen findet. Der rote Stahlfachwerkturm mit dem weißen Treppenrohr in der Mitte trägt eine rote Laternenkammer mit grünem Dach und zwei Galerien.
Für die Fundamente der drei Pfeiler des Turmes und des verkleideten Treppenschachtes wurden vier eiserne Brunnenschlingen durch den Lehm bis auf festen Steinboden getrieben. Auf diese wurde das Fundamentbauwerk gesetzt, das den 300 Tonnen schweren Turm trägt. Denn der muss in seinen Verankerungen Zugkräfte durch Sturm und Wind von bis zu 135 Tonnen verkraften.
Der Leuchtturm wurde von der Gute-Hoffnungshütte in Oberhausen mit einer Brunnengründung gebaut. Die Stahlskelettkonstruktion vereint hohe Tragfähigkeit mit Elastizität und geringem Gewicht. Die drei verstrebten Stützen sind durch je vier 100 mm starken Ankerbolzen mit dem Fundament verschraubt.
In dem dreigeschossigen Laternenhaus waren früher ein Vorratsraum, ein Wohnraum und darüber der Laternenraum untergebracht.
Da es damals noch keine ausreichende Stromversorgung gab, wurde der Strom für die ersten Leuchtsignale durch eine Dampfmaschine mit drei Dampfkesseln erzeugt. Die befand sich in einem Maschinenraum am Fuß des Turmes. lm Jahr 1906 wurde die Dampfmaschine durch eine MAN-Dieselmaschine mit 17 Liter Hubraum und 20 PS ersetzt. Die steht auch heute noch indem Maschinenraum und ist der älteste Dieselmotor der Welt, der immer noch betriebsbereit an seinem ursprünglichen Standort steht. Die Dieselmotoren lieferten bis 1932 den Strom, dann wurde die Anlage auf das Stromversorgungsnetz umgestellt.
In dem Maschinenhaus ist auch die leuchtfeuertechnische Einrichtung, eine mehr als zwei Meter hohe Gürtelleuchte von 1937 mit der alten Glühlampe und den so genannten Otterblenden als Kennungsgeber untergebracht. Alljährlich zum Tag des offenen Denkmals im September lässt der Dieselmotor das alte Leuchtfeuer noch einmal erstrahlen.
Der Leuchtturm zeigte zunächst zwei Leitfeuer mit je zwei seitlichen Warnsektoren für das Randzelgatt und die Emshörnrinne an. Das Leitfeuer war mit einer 2,16 m hohe Gürtelleuchte und Otterblenden als Kennungsgeber. 

Leuchturm Campen

Als Lichtquelle dienten zunächst Kohlebogenlampen mit senkrechter Kohlestellung, nach 1930 Glühlampen (2000W/30V). In den 1950er Jahren erfolgte die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz. 1976 wurde die gesamte Leuchtfeuereinrichtung ausgebaut und im Maschinenhaus mit dem alten Stromaggregat von 1906 in betriebsbereitem Zustand als Anschauungsobjekt aufgestellt. Heute hat der Turm ein Präzisionssektorenfeuer mit einem Öffnungswinkel von nur 0,3 Grad. Das Licht erzeugt eine Hochdruck-Xenonlampe (XBO 2000W). Mit einer Lichtstärke von 4,5 Millionen Candela gehört der Leuchtturm Campen zu den stärksten Leuchtfeuern in Deutschland.
Der Lichtstrahl des Leitfeuer führt die einkommenden Schiffe sicher durch das Dukegat. In der Mitte des Fahrwassers sieht der Schiffsverkehr ein festes weißes Licht, bei Abweichung nach Backbord oder Steuerbord aber unterschiedliche Blitzgruppen.
Als Leuchtfeuer und Seezeichen ist der Turm dem Wasser- und Schifffahrtsamt Emden unterstellt und wird von der Touristik GmbH Krummhörn gerne als touristische Attraktion angepriesen. Der Leuchtturm Campen kann von Mitte März bis Ende Oktober nachmittags regelmäßig besichtigt werden. Tausende von Besuchern steigen jährlich die 308 Stufen in dem Treppenrohr hinauf, um den Blick von der vergitterten Aussichtsplattform auf die Krummhörn und die See zu genießen. Weitere zwölf Stufen führen zum Befeuerungsraum, indem sich die elektrischen Anlagen befinden.  In einem Infopavillon auf dem Leuchtturmgelände können sich Interessierte über den "roten Riesen" ausführlich informieren. Während der regulären Öffnungszeiten können Kinder ein Leuchtturmdiplom ablegen. Dafür müssen sie Aufgaben und Fragen rund um den Campener Leuchtturm beantworten. Haben sie diese erfolgreich gelöst, bekommen die Kinder eine Urkunde mit Stempel.
Zwar wird die Schifffahrt längst über satellitengestützte Navigationssysteme gelenkt, aber das Leuchtfeuer funktioniert auch noch bei einem elektronischen Totalausfall. Außerdem wird der Turm noch für Richtfunkstrecken genutzt und empfängt mit Hilfe einer Antenne ein automatisches Identifikationssystem von Schiffen, das Position, Kurs und Fahrtziel an die Verkehrszentrale an der Knock sendet.

 

 

Impressum

Sitemap