Das Leuchtfeuer wurde zunächst mit Blaugas betrieben. Der Gastank hatte einen
Durchmesser von 1000 mm und eine Länge von 2185 mm und war liegend auf dem
Turmmauerwerk in 10 m Höhe gelagert. Eine Gasfüllung mit 10 Bar reichte im
Winter bei langer Brennzeit und Benutzung der Zünd- und Löschuhr rund sieben
Wochen. Das Blaugas wurde in Stahlflaschen angeliefert.
Ursprünglich sollte die Verglasung der Laterne aus sieben Scheiben von je 45
Grad Verglasungswinkel und einer achten Scheibe über einen Winkel von 25 Grad
bestehen. In dem Dunkelwinkel von 20 Grad sollte anstatt einer Glasscheibe ein
Blech eingesetzt werden. Um die Konstruktion zu vereinfachen und um nicht
Glasscheiben von verschiedener Größe zu verwenden, hat man sich schließlich auf
Anraten des Herstellers, Julius Pintsch, darauf geeinigt, die Laterne mit einer
Verglasung von 360 Grad auszuführen, d. h. also mit acht Scheiben von je 45 Grad
Verglasungswinkel. Der Dunkelwinkel von 20 Grad wurde dadurch hergestellt, dass
außen über der Scheibe ein entsprechend großes Blech aufgeschraubt wurde.
Die Leuchtfeuer auf dem Vierendehlgrund, auf der Sandbank Bock und in Barhöft
waren unbewachte Richtfeuer. Sobald eine Störung an diesen Feuern bemerkt wurde,
meldeten die Barhöfter Lotsen diese mach Stralsund, um Abhilfe zu schaffen. Bis 2014 war das Oberfeuer
Bock gleichzeitig ein Sektorenfeuer mit den Sektoren: W 89°-180°,
R 180°-191°, W 191°-290°, G
290°-308°, W 308°-69°.

Unter- und Oberfeuer Bock wurden 2014 letztmalig saniert und die 12 bis 15 m hohen
Bäume in der Richtfeuerfreihaltezone zurückgeschnitten. Bei der Sanierung wurde die komplette alte
Leuchtfeuertechnik inklusive der elektrischen Leitungen ausgebaut und durch
moderne LED-Lichttechnik ersetzt. Das Sektorenfeuer wurde nicht mehr in Betrieb genommen. Das Richtfeuer Bock führt als
Gegen-Richtfeuer zur Richtfeuerlinie Bessiner Haken
durch die Vierendehlrinne bis in den nördlichen
Strelasund. Das untere Foto ist vor dem Rückschnitt der Bäume entstanden. Das Unterfeuer kann man vom Hafen
Barhöft aus sehen.
Richtfeuer Bock im Mai 2014
Die unbewohnte Insel Bock ist nur 400-500 m Meter vom Festland entfernt.
Sie liegt zwischen der Halbinsel Zingst und Hiddensee. Vom
Festland aus hatten wir keine Möglichkeit das Oberfeuer zu
fotografieren. Also sind wir von Zingst aus mit dem Ausflugsboot durch den
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft nach Hiddensee gefahren und haben es
so auf die Linse bekommen.
Jeden Herbst blicken
die Bewohner von Mecklenburg-Vorpommern sehnsüchtig zum Himmel, wenn sie die
eindrucksvollen Flugformationen der Kraniche bemerken. Besonders viele Vögel des
Glücks sind in der Rügen-Bock-Region zu finden, wo sich von Mitte September bis
Mitte November die Vögel niederlassen, um sich auf den abgeernteten Feldern der
Region die für den langen Weiterflug nach Süden nötigen Energiereserven
anzufressen. Mit zwischen 50.000 und 70.000 Kranichen ist das Gebiet im Herbst
in der Rügen-Bock-Region einer der bedeutendsten Rastplätze Europas. Der
Rasthöhepunkt wird in der ersten Oktoberhälfte erreicht. |