Der Nothafen wurde 1962
an der Ostseite der Landspitze Darßer Ort als Militärhafen für die
DDR-Volksmarine gebaut und als Küstenhafen für die Torpedo-Schnellboote der
DDR-Volksmarine genutzt. Der Nothafen laegt im "Nationalpark Vorpommersche
Boddenlandschaft" und war deshalb von Naturschützern sehr umstritten.
Dessen Zufahrt musste immer wieder ausgebaggert werden, was den
Nationalpark-Vorschriften widerspricht. Seit dem 7. Oktober 2003 war der
Seenotrettungskreuzer 'Theo Fischer' hier stationiert.
Im Sommer 2022 wurde mit dem Bau des neuen Hafens vor
Prerow auf Fischland-Darß-Zingst begonnen. Am Kopf einer
720 m langen Seebrücke ist ein hufförmiger Hafen entstanden - ähnlich wie eine
eigene Insel nur für Wasserfahrzeuge. Es sind 33 Not- und Etappenliegeplätze für
Sportboote, Fahrgastschiffe, Wasserfahrzeuge der DLRG und für den 28 m langen
Rettungskreuzer NIS RANDERS entstanden. Am 15. September 2023 wurde der Nothafen am Darßer Ort geschlossen und
mit der Renaturierung begonnen. Die Fahrrinne wurde beseitigt und die baulichen
Anlagen des Nothafens zurückgebaut. Der Seenotrettungskreuzer musste
provisorisch nach Barhöft verlegt werden. Am 16. Oktober wurde die längste
Seebrücke an der Ostsee mit dem neuen Inselhafen in Prerow feierlich eingeweiht.
Die Baukosten betrugen 46 Millionen Euro. Der
Inselhafen Prerow
wird vom Nationalparkamt Vorpommern betrieben. Die Liegezeit der Sportboote im
Inselhafen beträgt maximal 24 Stunden.
Arktische Wintergäste in Mecklenburg-Vorpommern
Von Anfang September bis Ende Oktober kommen die Wildgänse hier in
Mecklenburg-Vorpommern an, erst in kleinen Gruppen, später zu Tausenden:
Blässgänse, Graugänse, Weißwangengänse und Saatgänse. Dann haben sie eine lange
Reise hinter sich, denn schon Mitte August brechen sie in der arktischen Tundra
auf, um ihre Überwinterungsgebiete aufzusuchen. Ihre Route führt sie in
Nord-Süd-Richtung durch Schweden bevor größere Rastgruppen das deutsche Festland
zwischen der Odermündung und dem Darß erreichen. Die Zahl der rastenden Vögel in
Mecklenburg Vorpommern erreicht Mitte bis Ende Oktober ihren Höhepunkt. Von hier
fliegen sie nach einer kurzen Erholungspause weiter auf die iberischen
Halbinsel, an die Nordküsten von Algerien und Tunesien und die Küsten der Adria.
Ein Teil der Gänse pendelt auch je nach Nahrungsangebot zwischen dem Niederrhein
und den Niederlanden hin und her. Die zigtausend Gänse auf den Feldern und
Wiesen bieten ein eindrucksvolles Naturschauspiel, ihr Geschnatter und Geschrei
ist weithin hörbar. Der Schrei aus ihren Hälsen erklingt dabei wie eine Melodie.
Wenn sie sich erheben, erfüllt ein Raunen und Brausen die Luft, bevor sie
elegant im Schwarm davonfliegen. Durch ihren Flug in V-Formation ersparen sich
die Gänsevögel viel Energie. Längst sind sie zu einer touristischen Attraktion
in Mecklenburg-Vorpommern geworden. Von weit her kommen die Naturliebhaber, um
sie mit Feldstechern zu beobachten. Im März ziehen die Gänse wieder Richtung
arktische Tundra, wo sie sich paaren und Jungtiere aufziehen. Dabei legen sie in
wenigen Wochen zwischen ihren Winterquartieren und den Brutplätzen viele tausend
Kilometer zurück. |